Ein gesunder Kieferknochen erhält sich durch Belastung – durch den täglichen Druck des Kauens. Fehlt ein Zahn oder wurde er entfernt, beginnt der Knochen an dieser Stelle abzubauen. Je länger eine Lücke besteht, desto mehr Substanz geht verloren. In manchen Fällen ist der Abbau auch Folge einer chronischen Entzündung rund um den Zahn. Das Ergebnis ist dasselbe: zu wenig Knochen für ein sicher sitzendes Implantat.
Wir beurteilen das präzise – mit moderner 3-D-Röntgendiagnostik – und entscheiden gemeinsam mit Ihnen, welche Methode des Kiefer-Knochenaufbaus für Ihre Situation die richtige ist.
In vielen Fällen lässt sich der Kiefer-Knochenaufbau vollständig mit körpereigenem Material durchführen – ohne synthetische Zusätze, ohne tierische Produkte, ohne Fremdkörper im Gewebe.
Wir entnehmen den betroffenen Zahn mit Piezochirurgie: einer ultraschallbasierten Technik, die das umliegende Knochengewebe so schonend wie möglich erhält. Die verbleibenden Restspalten werden mit körpereigenen L-PRF-Membranen aufgefüllt – gewonnen aus einer kleinen Menge Blut, die wir direkt vor der Behandlung abnehmen, zentrifugieren und zu wachstumsfaktorenreichen Membranen verarbeiten.
Diese Membranen geben in den ersten zehn Tagen gezielt Botenstoffe ab, die die Knochenheilung stark beschleunigen. Das Ergebnis: biologischer Knochenaufbau – ohne einen einzigen Fremdstoff im Körper.
Mehrwurzelige Backenzähne hinterlassen nach ihrer Entfernung manchmal Defekte von vier bis fünf Millimetern oder mehr. Hier reicht körpereigenes Eiweiß allein nicht aus, um dem Implantat ein stabiles Fundament zu schaffen.
In diesen Fällen kombinieren wir die L-PRF-Membranen mit humanem Knochenersatzmaterial. Dieses dient als biologisches Gerüst – es gibt dem Körper die Struktur vor, an der er neuen, eigenen Knochen aufbauen kann. Der Wachstumsreiz kommt dabei weiterhin aus Ihrem eigenen Blut. So entsteht auch bei ausgeprägten Defekten ein langfristig stabiler Kiefer-Knochenaufbau – als zuverlässige Basis für das spätere Keramikimplantat.
Die oberen Backenzähne – vor allem der Sechs- und Siebener – grenzen anatomisch direkt an die Kieferhöhle. Fehlt hier ausreichend Knochenhöhe für ein Implantat, ist ein Sinuslift der notwendige Schritt: Wir schaffen durch einen gezielten Kiefer-Knochenaufbau nach oben hin mehr Raum – in die Kieferhöhle hinein.
Der Eingriff erfolgt in der Regel vier bis fünf Monate nach der Zahnentfernung. Wir füllen den Bereich mit einer Kombination aus L-PRF-Membranen, humanem Knochenersatzmaterial und patienteneigenen Knochenchips auf – eine biologische Dreifachkombination, die optimale Bedingungen für nachhaltiges Knochenwachstum schafft. Nach weiterer Einheilzeit kann das Keramikimplantat sicher und dauerhaft gesetzt werden.
Wir führen keinen Kiefer-Knochenaufbau durch, wenn er nicht notwendig ist. Unser Ziel ist immer die Sofortimplantation – Zahn raus, Keramikimplantat rein, in einer Sitzung. Ist ein Knochenaufbau dennoch erforderlich, planen wir ihn so, dass er Ihren Körper so wenig wie möglich belastet und so schnell wie möglich zur endgültigen Versorgung führt.