Chronisch versteckte Entzündungen gelten heute als eine der zentralen Ursachen moderner Zivilisationserkrankungen. Sie entstehen nicht plötzlich und machen selten akute Schmerzen – sie schwelen. Im Kiefer, im Knochen, in ehemaligen Zahnlücken. Psycho-emotionaler Stress, elektromagnetische Belastung, Giftstoffe in der Mundhöhle – all das kann Entzündungsprozesse befeuern, die das Immunsystem dauerhaft aus dem Gleichgewicht bringen.
Wir decken Entzündungsherde in der Mundhöhle systematisch auf – bevor sie chronische Erkrankungen auslösen.
NICO steht für Neuralgie Induzierende Kavitätenosteonekrose – eine chronische Knochenentzündung an einer Stelle im Kiefer, an der sich kein Zahn befindet. Meist handelt es sich um die Position eines ehemaligen Weisheitszahnes. Diese Entzündungsherde sind tückisch: Sie verursachen keine klassischen Zahnschmerzen, sind im konventionellen Röntgenbild oft nicht zu erkennen – und belasten trotzdem das gesamte Immunsystem über Jahre hinweg.
Wie entsteht NICO? Der Kieferknochen heilt nach einer Zahnentfernung nur dann vollständig, wenn der Körper ausreichend Mineralien und Vitamine zur Verfügung hat. Fehlen diese zum entscheidenden Zeitpunkt, bildet sich statt gesundem Knochen minderwertiges, schlecht durchblutetes Gewebe. Unter dem Einfluss anaerober Bakterien wandelt sich dieses Gewebe in eine fettige, degenerierte Masse um.
Erschwerend kommt die Lymphdrainage des Kiefers hinzu: Der Lymphstrom verläuft von der Mitte nach hinten außen – und transportiert dabei alle Schadstoffe aus Zähnen und Zahnfleisch wie auf einer Einbahnstraße genau dorthin, wo der Knochen endet: in die ehemalige Weisheitszahnregion. Diese Zone wird zur biologischen „Müllkippe” – und genau dort entstehen NICO-Entzündungsherde.
Der degenerierte Knochen produziert dabei den Entzündungsbotenstoff RANTES – ein Zytokin, das das Immunsystem systemisch dysreguliert und langfristig chronischen Erkrankungen sowie Krebserkrankungen Vorschub leisten kann. Ein erhöhter RANTES-Wert im Blut ist in rund 70 % der Fälle ein direkter Hinweis auf bestehende NICO-Entzündungsherde im Kiefer.
Ostitis der Zahnwurzel – abgestorbener Zahnnerv: Ein abgestorbener Zahnnerv verursacht oft keine spürbaren Schmerzen. Und doch werden an der Wurzelspitze unbemerkt Bakterien aktiv – und lösen eine chronische Knochenentzündung rund um die Wurzel aus. Dieser Entzündungsherd kann jahrelang schwelen, bevor er sich in Beschwerden anderswo im Körper äußert.
Ostitis bei wurzelbehandelten Zähnen: Eine Wurzelbehandlung macht einen Zahn niemals vollständig keimfrei. Bakterien können kurz-, mittel- oder langfristig durch die Wurzelspitze austreten und dort einen stillen Entzündungsherd im Kieferknochen etablieren – unsichtbar im Alltag, messbar in Blutbild und Immunstatus.
Ostitis bei verlagertem Weisheitszahn: Findet ein Weisheitszahn keinen ausreichenden Platz im Kiefer, kann er dauerhaft Druck auf benachbarte Strukturen ausüben und chronische Entzündungsprozesse auslösen. Unbehandelt führt dies mit der Zeit zu Knochenabbau – und zu einem weiteren stillen Entzündungsherd.
Parodontitis: Die chronische Entzündung des Zahnfleischs ist eine der häufigsten – und gleichzeitig am häufigsten unterschätzten – Formen von Entzündungsherden im Kieferbereich. Parodontitis schreitet schleichend fort, baut den Kieferknochen rund um den Zahn ab und steht in direktem Zusammenhang mit systemischen Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes und Rheuma.
RANTES-Wert im Blut: Erhöhte RANTES-Werte im Serum sind ein direkter Marker für chronische Knochenentzündungen im Kiefer. In rund 70 % der Fälle lassen sich bei erhöhtem RANTES-Wert NICO-Entzündungsherde nachweisen.
3-D-Röntgendiagnostik (DVT): Das digitale Volumentomogramm liefert dreidimensionale Schnittbilder des gesamten Kiefers – und macht auch versteckte Entzündungsherde, Knochendefekte und auffällige Areale sichtbar, die im normalen Röntgenbild unentdeckt bleiben.
Immunologische Bluttests: Wir bestimmen gezielt Parameter, die auf eine chronische Immunaktivierung, oxidativen Stress oder ein Leaky-Gut-Syndrom hinweisen – alles mögliche Folgen unbehandelter Entzündungsherde im Kieferbereich.
Ist ein Entzündungsherd identifiziert, handeln wir. Wir entfernen degeneriertes Knochengewebe chirurgisch, reinigen die betroffene Region, desinfizieren mit Ozon und fördern die biologische Regeneration mit körpereigenem A-PRF-Eigenblut. Das Ziel ist kein vorübergehendes Unterdrücken der Entzündung – sondern die vollständige, dauerhafte Sanierung des Entzündungsherdes. Damit Ihr Immunsystem endlich wieder das tun kann, wofür es da ist: Sie schützen.