Ein wurzelbehandelter Zahn ist ein toter Zahn. Bei der Wurzelbehandlung wird das entzündete oder abgestorbene Gewebe im Zahninneren entfernt, der Wurzelkanal gereinigt und gefüllt. Der Zahn bleibt äußerlich erhalten, ist aber nicht mehr durchblutet — er ist devital. Genau hier setzt die biologische Betrachtung an.
Das Zahnbein ist von tausenden feinsten Kanälchen durchzogen. Diese lassen sich bei einer Wurzelbehandlung nicht vollständig keimfrei machen. In ihnen verbleiben Bakterien, deren Stoffwechselprodukte in den Körper gelangen. Aus Sicht der biologischen Zahnmedizin kann ein solcher Herd das Immunsystem dauerhaft beanspruchen — ohne dass am Zahn selbst Schmerzen oder sichtbare Beschwerden entstehen. Eine stille Belastung, die der Patient nicht spürt.
Die klassische Zahnmedizin sieht die Wurzelbehandlung als bewährte Methode zum Zahnerhalt. Viele wurzelbehandelte Zähne bleiben über Jahre unauffällig. Ob ein wurzelbehandelter Zahn das Immunsystem schwächt, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt und wird kontrovers diskutiert. Ich rate klar davon ab, einen wurzelbehandelten Zahn vorschnell oder allein aus Sorge entfernen zu lassen. Eine Entfernung beruht auf gründlicher Diagnostik, nicht auf einem Bauchgefühl.
Am Anfang steht das Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihre Krankengeschichte. Um den Zustand eines wurzelbehandelten Zahns und des umliegenden Knochens zu beurteilen, arbeite ich mit dreidimensionaler Röntgendiagnostik (DVT). Sie zeigt Veränderungen, die auf herkömmlichen Aufnahmen unsichtbar bleiben — etwa eine Osteolyse an der Wurzelspitze. Erst wenn dieses Bild vorliegt, entscheiden wir gemeinsam, ob und wie behandelt wird.
Kommen wir zu dem Schluss, dass der Zahn entfernt werden sollte, ersetze ich ihn auf Wunsch durch ein metallfreies Keramikimplantat. Ich entferne den Zahn schonend und strukturerhaltend, reinige das Gewebe und begleite den Eingriff biologisch — mit Ozonwasserspülung, Ozongasinsufflation und körpereigenem PRF-Eigenblut. Auf Wunsch führe ich den Eingriff in Sedierung oder Dämmerschlaf durch. Als Fachärztin für Anästhesie und für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie behalte ich beide Ebenen in einer Hand. Wo die Ausgangslage es erlaubt, fasse ich Entfernung und Implantation in einem Eingriff zusammen. Das reduziert die Zahl der Termine.
Sie haben einen wurzelbehandelten Zahn und wollen wissen, wie er auf Ihren Körper wirkt? Vereinbaren Sie einen Termin in meiner Praxis am Neuen Jungfernstieg. Für Patienten von außerhalb biete ich einen digitalen Erstkontakt mit Anamnese und Videogespräch an.